Wie der Name Klappenauspuffanlage schon sagt, ist im Endschalldämpfer eine Klappe integriert, die geöffnet und geschlossen werden kann. Dabei gibt es unterschiedliche Ausführungen. Ab Werk bestellbare Klappenauspuffanlagen haben meist eine automatische Klappensteuerung verbaut, welche die Klappe ab einer gewissen Drehzahl und Geschwindigkeit öffnet. So bleibt diese beim morgendlichen Kaltstart geschlossen, um die gesetzlichen Lärmvorschriften einzuhalten. Erst ab Drehzahlen von ungefähr 4000 U/min öffnet die Klappe, wodurch sich der Klang deutlich verändert.
Eine richtige Klappenauspuffanlage ist individuell steuerbar
Wer sich nachträglich eine klappengesteuerte Auspuffanlage verbauen lässt, kann diese durch einem im Innenraum montierten Schalter selbst öffnen und schließen. Es gibt auch Anlagen, die (von Außen) per Fernbedienung steuerbar sind. Dabei wird diese elektronisch angesteuert und kann beispielsweise bei nächtlichen Ortsdurchfahrten geschlossen werden, um kein öffentliches Ärgernis zu erregen. Der große Unterschied zwischen einem herkömmlichen Auspuffsystem und einer Klappenauspuffanlage liegt in der Konzeption. Der Serienendtopf wird mit Dämmmaterialien versehen, um den Schall der Abgase zu absorbieren. Zudem gibt es viele verzweigte, gelochte Rohre, die den Schallpegel dämpfen sollen. In einer Klappenanlage wird hingegen nur mit Metall- oder Edelstahlwolle gearbeitet. Zudem ist der Verlauf der Rohre im Endtopf einfacher gestaltet, was sich in einem lauteren Auspuffgeräusch äußert. Bei einer zweiflutigen Anlage gibt es im Endtopf meist ein Rohr, welches einen längeren Weg aufweist und bei geschlossener Klappe angeströmt wird. Daneben existiert ein kurzes Rohr, welches bei offener Klappe zur Ableitung der Abgase Verwendung findet.
Klappenauspuffanlagen sind technische Meisterwerke
Beim Bau einer klappengesteuerten Anlage müssen viele Faktoren berücksichtig werden, da die Ableitung der Abgase physikalischen Gesetzten folgt und bedeutende Einflüsse auf die Leistung des Motors hat. So kann beispielsweise eine schlecht konzipierte Anlage mit zu wenig Abgasgegendruck bei Turbomotoren zu Leistungsverlusten führen, da die Turbine des Turboladers den Gegendruck zum „Arbeiten“ benötigt. Darüber hinaus muss eine Klappenauspuffanlage auch an das gesamte Abgassystem bestehend aus Krümmer, eventuell Vorkatersatzrohren (auch Hosenrohre bzw. Downpipes genannt) und den Katalysatoren angepasst werden. Bei großen Veränderungen empfiehlt es sich, die Motorsteuergerätsoftware an den veränderten Abgasgegendruck anzupassen.
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